Hier gibt es für den geneigten Leser einige interessante Informationen zu den sogenannten “DDR-Oppositionellen”, welche 1989, nach Gorbatschows bereits begangenem Verrat, nur durch die westliche Vorarbeit und Unterstützung (finanziell, logistisch und propagandistisch) in der Lage waren, die konterrevolutionäre sogenannte „Wende“ zu initiieren und den sozialistischen Staat DDR dem Raubtierkapitalismus der BRD zum Fraß vorzuwerfen.

Nachdem die BRD bereits Ungarn mit Millionen-Darlehen dazu brachte seine Grenzen zu öffnen, was dann von der BRD Propaganda gnadenlos ausgeschlachtet wurde um eine „Fluchtwelle“ zu provozieren, war man darum bemüht in der gesamten DDR Gruppen und Netzwerke zu aktivieren, die der DDR feindlich gegenüber standen, und diese über die Westmedien maßlos aufzuplustern. Eines der größten Sammelbecken war dabei das „Neue Forum“. Am aktivsten wirkende, aufdringliche Charaktere wie u.a. Rainer Eppelmann , der über Jahre bereits Kontakte in den Westen u.a. zur CIA pflegte, stellten dann, von antikommunistischem Haß getrieben, die 5. Kolonne der Kapitalisten innerhalb der DDR.

Es gab quasi keine Aktion der „DDR-Opposition“, die nicht vom Westen medial hochgekocht worden ist, um Trittbrettfahrer und Mitläufer, Schwankende wie Ahnungslose für die Interessen des Kapitalismus ins Feld zu führen. Jede Reaktion der DDR gegen die konterrevolutionären Aktivitäten wurde vom westlichen Medienrummel und sämtlichen politischen Lagern der BRD Politik zu „unmenschlichem Handeln eines Unrechtsstaates“ verschrien und überzogen und verfälscht, losgelöst vom tatsächlichen Kontext, dargestellt.

In der BRD fielen (und fallen!) sämtliche Aktivitäten von „oppositionellen“ Gruppen, welche auf die Beseitigung des bestehenden Systems abzielen, unter den § für Hochverrat und sind mit massiven juristischen Konsequenzen behaftet.

Die Frage, wie die BRD handelt, wenn die Zeiten mal wieder anders kommen und eine revolutionäre Situation im Raum steht, kann sich wahrlich jeder selbst beantworten, der sich die Polizeiübergriffe auf friedliche Demonstranten und die mörderischen Einsätze der Bundeswehr, die in der BRD zum guten „rechtsstaatlichen“ Ton einer sogenannten „freiheitlichen Demokratie“ gehören, stets vor Augen führt.

Den Humanismus der DDR, welche diesen sogar noch bei ihrem Untergang an den Tag legte, braucht da wohl niemand zu erwarten, der des klaren Denkens mächtig ist.

Folgend nun Auszüge aus Akten des Ministeriums für Staatsicherheit, deren Inhalt der Öffentlichkeit nicht täglich kredenzt wird, da das Beschriebene nicht dem zu vermittelnden Bild der Geschichtsschreibung der BRD und ihrer Handlanger, der sogenannten „DDR-Oppositionellen“, zuträglich ist.


Diese Akten sind bei der BStU vorhanden!!!

MfS,ZAIG,Nr. 122189 Berlin, 14.3.1989

Information an Honecker, Herrmann, Krenz, Mittag, Mittig, Neiber, intern MfS.

Streng geheim!
Um Rückgabe wird gebeten!

Information über eine provokatorisch-demonstrative
Aktion von Antragstellern auf ständige Ausreise in Leipzig

Nach Abschluß des montäglichen Friedensgebetes in der Nikolaikirche in Leipzig am 13. März 1989 (Teilnehmer ca. 650 Personen, darunter ein erheblicher Teil von Antragstellern auf ständige Ausreise sowie Messegaste) rotteten sich ca. 300 Personen, mehrheitlich Antragsteller auf ständige Ausreise, vereinzelt mit Kleinkindern, auf dem Vorplatz der Nikolaikirche zusammen in der Absicht, sich zu einem geschlossenen Marsch in Richtung Thomaskirche (Stadtzentrum) zu formieren. […]

Die Personenkonzentration konnte, nachdem sie ca. 300 Meter zurückge¬legt hatte; gegen 18.00 Uhr auf dem Markt zur Auflösung gebracht werden. […]

Als Reaktion auf die Maßnahmen der Schutz- und Sicherheitsorgane kam es seitens der Teilnehmer wiederholt zu solchen verleumderischen Rufen wie »Stasi raus«, »Stasischweine« […].

Bisherigen Feststellungen des MfS zufolge befanden sich am Ereignisort 16 zur Frühjahrsmesse in Leipzig akkreditierte westliche Korrespondenten, darunter ARD und ZDF mit Kamerateam, Vertreter von DPA, AP und AFP. Sie hatten zuvor teilweise die an ihrer Kleidung befestigten Presseausweise entfernt. Durch ihr Auftreten und Verhalten inspirierten sie maßgeblich die Teilnehmer an dieser Zusammenrottung zu den gegen die Schutz- und Sicherheitsorgane gerichteten Äußerungen. Westliche elektronische Massen-medien berichteten über diese Provokation bereits in den Abendstunden des 13. März 1989 in Wort und Bild. […]

Anlagen zur Information 229/89

Im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Kommunalwahlen (Zeitraum vom 1. Januar bis 7. Mai 1989, 6.00 Uhr) wurden insgesamt 103 (48) gegen die Kommunalwahlen gerichtete Vorkommnisse bekannt (davon seit 1. Mai 1989 — 20 Vorkommnisse), wobei territoriale Schwerpunkte die Hauptstadt der DDR, Berlin — 29 Vorkommnisse, die Bezirke Karl-Marx-Stadt — 16 Vorkommnisse und Dresden — 13 Vorkommnisse sowie Halle, Magdeburg und Leipzig — je 6 Vorkommnisse waren. […]

Unabhängig davon ist beachtenswert, daß am 2. Mai 1989 bei 22 Betrieben und Einrichtungen des Kreises Zeitz/Halle sowie 5 Betrieben und Einrichtungen der Stadt Dresden Telex-Fernschreiben aus der BRD — Text: »Wählt am 7.5.1989 Perestroika und Glasnost statt SED« eingingen. Als Absender wurde zweifelsfrei die Special-Elektronic KG, 3062 Bückeburg/BRD, Kreuzbreite Telex-Kennzeichen: 572210 spec. el., identifiziert.


MfS, ZAIG, Nr. 150/89Berlin,1 .6.1989

Informationen an Honecker, Krenz, Dohlus, Hager, Herrmann, Jarowinsky, Herger, Hörnig, Schutz, Sorgenicht, Kraußer, Löffler, Großmann, Neiber, Schwanitz, intern MIS.

Streng geheim!
Um Rückgabe wird gebeten!

Information über beachtenswerte Aspekte des aktuellen Wirksamwerdens innerer feindlicher, oppositioneller und anderer negativer Kräfte in personellen Zusammenschlüs¬sen

Eine der Hauptstoßrichtungen im subversiven Vorgehen des Gegners gegen den Sozialismus bilden Versuche der Schaffung und Legalisierung einer sogenannten inneren Opposition und der Inspirierung/Organisierung politi¬scher Untergrundtätigkeit in den sozialistischen Staaten als ,,innere Druckpo¬tentiale« zur Aufweichung, Zersetzung, politischen Destabilisierung und letztlich Beseitigung des Sozialismus.

In Durchsetzung des von imperialistischen Kreisen der USA beschlossenen antisozialistischen »Programmes für Demokratie« wirken führende politische Kräfte der NATO-Staaten darauf hin, unter der Flagge einer »Demokratisie¬rung, Liberalisierung und eines Eintretens für politischen Pluralismus westli¬cher Prägung in kommunistischen Ländern« in diesen Staaten Oppositions¬parteien und -bewegungen zu entwickeln und zu fördern und dabei auch eine Legalisierung bereits bestehender sogenannter unabhängiger Gruppen aktiv zu unterstützen. Dieses Vorgehen widerspiegelt sich sowohl in der Staatspoli¬tik der imperialistischen Hauptmächte als auch in den vielfältigen subversiven Aktivitäten feindlicher Zentren und Organisationen sowie weiteren, gegen die sozialistischen Staaten wirkenden sozialismusfeindlichen Kräften.

(Diese Aktivitäten sind zunehmend darauf ausgerichtet, unter Mißbrauch des KSZE¬-Prozesses und unter Berufung auf bestimmte Entwicklungen in einigen sozialistischen Staaten, in der DDR feindliche, oppositionelle Kräfte und personelle Zusammenschlüsse politisch, materiell und moralisch zu unterstützen sowie zu gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteten Handlungen zu inspirieren und zu aktivieren.)

Es ist einzuschätzen, daß die politischen, ideologischen und subversiven gegnerischen Einwirkungen sowie die von der aktuellen Lageentwicklung in einigen sozialistischen Ländern ausgehenden Einflüsse unter Teilen der Bevöl¬kerung der DDR gewisse Wirkungen erzielen. Sie zeigen sich insbesondere im Vorhandensein (überschaubarer und unter staatlicher und gesellschaftlicher Kontrolle stehender) personeller Zusammenschlüsse, entsprechender Grup¬pierungen und Gruppen, die in Übereinstimmung bzw. im Zusammenwirken mit reaktionären kirchlichen Personen und gemeinsam mit äußeren Feinden im Sinne dieser gegnerischen Strategie wirksam zu werden versuchen.

Seit Beginn der 80er Jahre anhaltende Sammlungs- und Formierungsbestrebungen solcher Personen, die sich die Aufweichung, Zersetzung und politische Destabilisierung bis hin zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR zum Ziel setzen, führten zur Bildung entsprechender Gruppierungen und Gruppen. Diese sind fast ausschließlich in Strukturen der evangelischen Kirchen in der DDR eingebunden bzw. können für ihre Aktivitäten die materiellen und technischen Möglichkeiten dieser Kirchen umfassend nutzen.

In der DDR akkreditierte Korrespondenten und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen (darunter als Diplomaten abgedeckte Geheimdienstmitarbeiter) aus nichtsozialistischen Staaten, insbesondere aus der BRD, den USA und aus Großbritannien, nehmen in diesem Prozeß einen maßgeblichen Stellenwert ein. Sie inspirieren feindliche, oppositionelle Kräfte und personelle Zusam¬menschlüsse zu antisozialistischen Aktivitäten, gewähren ihnen fortlaufend Unterstützung und popularisieren diesbezügliche Handlungen mit dem Ziel, solche Personen und Zusammenschlüsse unter den Schutz der internationalen Öffentlichkeit zu stellen. (Besonders aktiv treten in diesem Sinne in Erschei¬nung die Korrespondenten BÖRNER, HEBER und HAUPTMANN – ARD, BRUSSAU, SCHMITZ – ZDF, SCHWARZ – »Der Spiegel« und RODER – epd sowie SCHWELZ – AP und NESIRKY – Reuters.) […]

Etwa 600 Personen sind den Führungsgremien zuzuordnen, während den sogen. harten Kern eine relativ kleine Zahl fanatischer, von sogen. Sendungsbewußtsein, persönlichem Geltungsdrang und politischer Profilierungssucht getriebener, vielfach unbelehrbarer Feinde des Sozialismus bildet. Dieser Kategorie zuzuordnen sind ca. 60 Personen, u.a. die Pfarrer EPPELMANN, TSCHICHE und WONNEBERGER sowie Gerd und Ulrike POPPE, Bärbel BOHLEY und Werner FISCHER; die Personen RUDDENKLAU, SCHULT, Dr. KLEIN und LIETZ. Sie sind die maßgeblichen Inspiratoren/Organisatoren politischer Untergrundtätigkeit und bestimmen mit ihren Verbindungen im Inland, in das westliche Ausland und zu antisozialistischen Kräften in anderen sozialistischen Staaten die konkreten Inhalte der Feindtätigkeit personeller Zusammenschlüsse und deren überre-gionalen Aktionsradius.[…]

Die Mehrzahl aller existierenden Zusammenschlüsse unterhält über Gruppenmitglieder bzw. Drittpersonen (besonders über in der DDR akkreditierte Korrespondenten und Diplomaten nichtsozialistischer Staaten) Kontakte und Verbindungen in das nichtsozialistische Ausland (zunehmende Tendenz). Vor allem Führungskräfte stehen im ununterbrochenen Kontakt zu Feindorganisa¬toren und sozialismusfeindlichen Kräften in der westeuropäischen „Friedens¬bewegung“ (u.a. »Netzwerk für den Ost-West-Dialog«, »Interkirchlicher Friedensrat«), zu Führungskräften politischer Parteien und Organisationen in der BRD und Westberlin, insbesondere den GRUNEN und der Alternativen Liste/Westberlin (mit führenden Funktionären der SPD, CDU/CSU, FDP, der GR NEN/AL sowie mit Gewerkschaftlern kam es zu Zusammenkünften in der DDR) sowie zu solchen ehemaligen DDR-Bürgern, die gegen die DDR subversive Aktivitäten entwickeln und als »Schaltstellen« des Zusammenwirkens äußerer und innerer Feinde fungieren, wie JAHN und HIRSCH. Über diese werden feindliche, oppositionelle Kräfte in der DDR fortgesetzt ideell, finanziell und materiell unterstützt.[…]

Besonders über ehemalige DDR-Bürger, die vordem personellen Zusam¬menschlüssen in der DDR angehörten, laufen die Informationen an westliche Medien, unter denen der Privatsender »Radio 100« mit seiner speziell über diese Kräfte in der DDR berichtenden Sendung »Glasnost« einen besonderen Stellenwert einnimmt.

Durch bewußt provozierte Konfrontation mit der sozialistischen Staatsmacht versuchen diese Kräfte [die feindlich negativen Zusammenschlüsse] immer wieder „Märtyrer“ zu schaffen (u.a. EPPELMANN, BOHLEY, HIRSCH, KRAWCZYK) und für diese und die eigenen antisozialistischen Handlungen internationale Unterstützung zu erreichen. […]


MfS, ZAIG, Nr. 286/89 Berlin, 9.6. 1989

Information an Honecker, Herrmann, Krenz, Jarowinsky, Schabowski, Dickel, Kraußer, Löffler, Mittig, Neiber, MfS intern.

Streng geheim!
Um Rückgabe wird gebeten!


Information über eine Veranstaltung in der Gethsemane¬kirche im Stadtbezirk Berlin-Prenzlauer Berg am 8. Juni 1989

Die von feindlichen, oppositionellen und anderen negativen Kräften am 7. Juni 1989 in der Sophienkirche offenkundig mit dem Ziel der Fortführung ihrer provokatorisch-demonstrativen Aktivitäten für den 8. Juni 1989 angekündigte Veranstaltung in der Gethsemanekirche im Stadtbezirk Berlin-Prenzlauer Berg fand im Zeitraum von 20.00 bis gegen 23.00 Uhr statt. Es kam zu keinen, die öffentliche Ordnung und Sicherheit beeinträchtigenden Handlungen. Außerhalb der Kirche konnten keine beachtenswerten Feststellungen getrof¬fen werden.

Über Inhalt und Verlauf der Veranstaltung, die kaum einen religiösen Bezug hatte, sondern fast ausschließlich politisch geprägt war, liegen dem MfS nachfolgende Hinweise vor: Unter den ca. 1500 Teilnehmern, vorwiegend aus der Hauptstadt Berlin sowie den Bezirken Potsdam, Frankfurt/Oder, Dres¬den, Cottbus, Rostock und Gera, befanden sich zum Großteil an den Vorkommnissen vom 7. Juni 1989 beteiligte Personen […].

Festgestellt wurden ferner sieben in der DDR akkreditierte Korresponden¬ten westlicher Medien und ein Mitarbeiter der Botschaft der USA in der DDR.[…]


MfS,ZAIG, Nr. 412/89 Berlin, 8.9.1989

Information an Mittag, Herrmann, Krenz, Schabowski, Dickel/Ahrens, Mittig, Neiber, Schwanitz, MfS intern.

Streng geheim!
Um Rückgabe wird gebeten!


Information über die Unterbindung einer von feind1ichen, oppositionellen Kräften am 7. September 1989 in Haupt¬stadt der DDR, Berlin, geplanten Provokation

Nach dem MfS vorliegenden internen Hinweisen beabsichtigten hinlänglich bekannte feindliche, oppositionelle Kräfte in Weiterführung bisheriger provokatorisch-demonstrativer Aktivitäten im Zusammenhang mit den Kommunal¬wahlen, am 7. September 1989 um 17.00 Uhr auf dem Alexanderplatz an den Standorten Weltzeituhr und ,,Brunnen der Völkerfreundschaft« (Nähe Zentrum-Warenhaus) mittels Trillerpfeifen und Transparenten öffentlichkeitswirksam aufzutreten.

Diese Provokation, zu deren Organisatoren erneut der mit ähnlichen Aktionen bereits mehrfach in Erscheinung getretene Diakon Schatta, Mario und Personen aus seinem Umfeld gehören, wurde durch Flüsterpropaganda und durch das Verbreiten von Hetzblättern bekanntgemacht. Die zur Unterbindung dieser geplanten Provokation angewiesenen Maßnah-men wurden im Rahmen eines Sicherungseinsatzes konsequent realisiert; sie erwiesen sich als zweckmäßig. Das Zusammenwirken zwischen den Schutz-und Sicherheitsorganen und den einbezogenen gesellschaftlichen Kräften entsprach den konkreten Erfordernissen.[…]

Wiederholt hatten in der DDR akkreditierte westliche Korrespondenten, darunter die Vertreter von ARD, ZDF, DPA und AP versucht, in den Handlungsraum einzudringen. Entsprechend zentraler Festlegungen wurden sie zuruckgewiesen. Die Korrespondenten Schöttes (DPA) und Hauptmann (ARD) versuchten daraufhin, beim Ministerium für Auswärtige Angelegen¬heiten, Abteilung Journalistische Beziehungen, den Grund für die Maßnahme zu erfragen.

Streng intern wurde bekannt, daß der in der DDR akkreditierte Korrespon¬dent der »Frankfurter Rundschau«, Baum, den Leiter der Ständigen Vertre¬tung der BRD in der DDR über die Zurückweisungen informierte und ihm den Vorschlag unterbreitete, beim MfAA der DDR dagegen Protest einzulegen.

Westliche Massenmedien berichteten am 7. September 1989 bereits ab 17.00 Uhr (Sender »Hundert,6«) in verleumderischer Weise über eine angebliche Protestaktion von sog. DDR-Bürgerrechtlern auf dem Alexanderplatz gegen die Partei- und Staatsführung.[…]


MfS, ZAIG,Nr.416/89 Berlin, 19.9.1989

Informationen über Bestrebungen feindlicher, oppositioneller Kräfte zur Schaffung DDR-weiter Sammlungsbewegungen/Vereinigungen

Anfang September 1989 »konstituierte« sich im Rahmen einer langfristig vorbereiteten Zusammenkunft von ca. 30 Führungskräften personeller Zusammenschlüsse und weiteren feindlich-negativen Personen aus der Haupt¬stadt Berlin sowie den Bezirken Leipzig, Halle, Dresden, Magdeburg, Frank¬furt/Oder, Potsdam und Schwerin eine sogenannte Vereinigung «Neues Forum«. Erstunterzeichner eines während dieser Zusammenkunft beratenen und beschlossenen Gründungsaufrufes »Aufruf 89— NEUES FORUM« (Text als Anlage 2) sind u. a. die hinlänglich bekannten Führungskräfte personeller Zusammenschlüsse […]

Nach dem MfS vorliegenden zuverlässigen Hinweisen unterhält die Mehr¬zahl der Vorgenannten stabile und intensive Verbindungen zu führenden Vertretern politischer Parteien in der BRD und Westberlin, insbesondere der SPD, FDP, der GRÜNEN und der Alternativen Liste, zu als Schaltstellen subversiver Aktivitäten gegen die DDR agierenden Kräften im westlichen Ausland wie den ehemaligen DDR-Bürgern JAHN und HIRSCH, zu anti-kommunistischen Führungskräften der westeuropäischen „Friedensbewegung“ und nicht zuletzt zu in der DDR akkreditierten Korrespondenten westlicher Medien sowie zu antisozialistischen Kräften in anderen sozialistischen Staaten. Erkennbar sind in diesem Zusammenhang zunehmende Bestrebungen dieser feindlichen, oppositionellen DDR-Bürger, ihr strategisches und taktisches sowie inhaltliches und methodisches Vorgehen mit ihren Kontaktpartnern zu beraten und abzustimmen.[…]

Eine Veröffentlichung des Wortlautes des Gründungsaufrufes — ohne Namen der
Erstunterzeichner — erfolgte bereits am 13. September 1989 in der »Frankfurter
Rundschau«.
Korrespondierend damit führten der RIAS am 12. September 1989 mit dem Prof. REICH und der Fernsehsender RIAS-TV am 13. September 1989 mit der BOHLEY Telefoninterviews, in denen beide Personen Angaben zu den Zielen und Vorhaben der zu bildenden Vereinigung machten.

In der Sendung »Kennzeichen D« des ZDF am 13. September 1989 wurde ein in der DDR aufgenommenes Video-Band mit Äußerungen der BOHLEY und des HENRICH zur ,,Notwendigkeit« der Schaffung einer inneren Opposition in der DDR abgespielt.

Eine Gruppe reaktionärer kirchlicher Amtsträger, in der Mehrzahl langjäh¬rige Inspiratioren/Organisatoren politischer Untergrundtätigkeit, darunter die hinlänglich bekannten Pfarrer EPPELMANN/Berlin, […] sowie weitere feindliche, oppositionelle Kräfte unternehmen intensive Bemühungen, um bis Anfang Oktober 1989 eine Sammlungsbewe¬gung »Demokratischer Aufbruch« zu bilden. […]

Ausgehend vom bisherigen Verhalten EPPELMANNs ist begründet davon auszugehen, daß er die ihm genehmigte private Reise vom 5. bis 14. September 1989 in die BRD dazu mißbraucht hat, das genannte Vorhaben seinen hochgradigen Kontaktpartnern in politischen Parteien der BRD bekanntzu¬machen, sich mit diesen zu beraten und abzustimmen.

Nach vorliegenden streng internen Informationen steht EPPELMANN im Zusammenhang mit der Bildung des ,,Demokratischen Aufbruch« mit in der DDR akkreditierten Korrespondenten des Nachrichtenmagazins ,,Der Spie¬gel« und des ZDF sowie dem bereits genannten HIRSCH/Westberlin in Verbindung.

Auf der Grundlage gezielter Äußerungen des Pfarrers RICHTER während einer ihm gestatteten kirchlichen Dienstreise in die BRD berichten Medien der BRD seit dem 14. September 1989 über die Sammlungsbewegung ,,Demokrati¬scher Aufbruch“.

MfS, Dokumentenverwaltung, Nr. 103625

(Fernschreiben) Mielke an Leiter der Diensteinheiten Berlin, 8.10.1989

VVS-Nr. 0008

Durch die zügellose Hetz- und Verleumdungskampagne des Gegners und massive Einmischungsversuche hat sich in jüngster Zeit die politisch-operative Lage im Innern der DDR weiter erheblich verschärft.

Es verschärfen sich die Erscheinungen und damit verbunden Gefahren der Zusammenrottung feindlicher, oppositioneller sowie weiterer feindlich-nega¬tiver und rowdyhafter Kräfte mit dem Ziel, die staatliche Sicherheit sowie die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu stören und damit eine Gefährdung der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung der DDR herbeizuführen. […]


MfS, ZAIG, Nr. 451/89 Berlin, 9.10. 1989

Information an Honecker, Stoph, Axen, Böhme, Dohlus, Ebenem, Hagei; Herrmann, Jarowinsk~
Keßler, Kleiber, Krenz, Krolikowski, W, Lorenz, Mittag, Mückenberger, Neumann, Schabowski,
Sindermann, Tisch, Lange, 1., Mülles G., Müller, M., Schürer, Walde, Dickel, Herger, Sorgenicht.
Mielke, Carlsohn, Mittig, Großmann, Neiber, Schwanitz, MfS intern.

Streng geheim!
Um Rückgabe wird gebeten!

Information über die weitere Formierung DDR-weiter oppositioneller Sammlungsbewegungen,

Bei den andauernden intensiven Aktivitäten feindlicher, oppositioneller Kräfte zur Formierung DDR-weiter oppositioneller Sammlungsbewegungen sind folgende Entwicklungstendenzen/ Handlungen beachtenswert:

1. Die Propagierung und Profilierung des »Neuen Forums wird DDR-weit forciert.

Unterstützend und begünstigend wirken dabei

— die massierte Hetz- und Verleumdungskampagne des Gegners (beruht vor allem auf ein sich weiter eskalierendes abgestimmtes Zusammenwirken von Vertretern westlicher bürgerlicher Medien mit feindlichen, oppositionellen Elementen und der durchgängigen Präsenz solcher Medienvertreter an den Ausgangspunkten feindlicher bzw. provokatorisch-demonstrativer Aktivi¬täten);

[…]

Als Inspiratoren/Organisatoren des »Neuen Forums« agierende Kreise, [..] , stehen in fast ununterbrochenem Kontakt mit bekannten Schaltstellen subversiven Vorgehens gegen die DDR in Westberlin […], mit anderen ehemaligen DDR-¬Bürgern, mit Führungskräften der »Alternativen Liste« (AL)/Westberlin sowie mit der Mehrzahl in der DDR akkreditierter Korrespondenten bürgerli¬cher Medien (besonders der BRD) und zum Teil mit akkreditierten Diplomaten des westlichen Auslands.

Diese Personen werden über alle Schritte des Vorgehens des »Neuen Forums« und dabei erzielter »Ergebnisse« und Wirkungen informiert; es erfolgt eine Abstimmung zum weiteren Vorgehen, zu »Unterstützungshandlungen« der Medien für das »Neue Forum« usw.

Ausdruck und ein Ergebnis dieses Zusammenwirkens ist auch die auf Initiative führender Mitglieder des Bereiches »Berlin-Politik« der »AL« am 6. Oktober 1989 in Westberlin vollzogene Konstituierung eines »Neuen Forums/West«. Mit diesem Zusammensch1uß wolle man seitens der dahinter stehenden Kräfte (u.a. der ehemalige DDR-Bürger HERZBERG) durch »abgestimmtes Vorgehen eine aktive Unterstüt¬zung« des »Neuen Forums« in der DDR erreichen.

[……………..]

Das traurige Ende vom Lied ist uns allen bekannt.

Es ist kaum möglich mit diesem Wissen an die Mär einer sogenannten „DDR Opposition“, einer sich von westlichen Demagogen unbeeinflußt entwickelten Strömung, die für „Demokratie und Menschenrechte“ einzutreten vorgab, 2 Dinge die man im Kapitalismus, den diese Elemente uns beschert haben, vergeblich sucht, zu glauben. Zumal diese Elemente heute bei keiner menschenverachtenden Schweinerei der Kapitalisten, ob ein garantiertes Leben in Armut, Kriegseinsätze der Bundesehr im Ausland oder die ausufernde Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung, auch nur ein Wort verlieren.