Das Feindbild von der DDR
in der psychologischen Kriegsführung der BRD

Schon in der Zeit des Bestehens der Besatzungszonen geriet die sowjetisch besetzte Zone in das Kreuzfeuer einer von den drei Westzonen ausgehenden antikommunistischen Hetze, die sich mit wach¬sender Intensität gegen die antifaschistisch-demokratischen Verän¬derungen und die neuen politischen und sozialen Errungenschaften östlich der Elbe und Werra richtete. Für diese Hetze gab ein so prominenter Vertreter der drei Westmächte wie Winston Churchill grünes Licht. Die demokratische Bodenreform, die Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher, die Schulreform und die Justizreform wurden von den reaktionären Kräften als undemokratische und un¬gesetzliche Aktionen, als „Sowjetisierung“ verteufelt und haßerfüllt angegriffen. Der besondere Haß galt dabei der 1946 gegründeten Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, die vor allem von Seiten der sozialdemokratischen Führer um Kurt Schumacher als eine Par¬tei von „Spaltern“ und „Erfüllungsgehilfen der sowjetischen Be-satzungsmacht“ verleumdet wurde.

Die Position, welche die Westzonen und die spätere Bundesrepu¬blik in der antisowjetischen Strategie und Politik des „containment“ und den folgenden Konzeptionen einnahmen, die imperialistische Restauration, die Politik der Spaltung Deutschlands und die schlie߬liche Errichtung eines separaten bürgerlichen Weststaates sowie dessen Konsolidierung und Ausbau — alle diese Faktoren waren so¬wohl für die Konstruktion eines Feindbildes von der DDR als auch für die Entwicklung des entsprechenden Instrumentariums für den psychologischen Krieg gegen den zweiten deutschen Staat ausschlag¬gebend.