BRD-Organisationen im Kalten Krieg gegen die DDR Teil 2

Der „Untersuchungsausschuß freiheitlicher Juristen. e.V.“

Hinter dieser Organisation, die den unverfänglichen Namen eines „Untersuchungsausschusses“ trug, verbarg sich eine vom CIA (Cen¬tral Intelligence Agency) und der Bundesregierung finanzierte und gesteuerte Geheimdienstzentrale, die vom Territorium Westberlins aus Spionage und Sabotage in der DDR betrieb.

Über seinen Sitz im ‚.Forschungsbeirat für die Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands“ stand der „Untersuchunqsausschuß“, der 1969 zu¬sammen mit Organisationen ähnlichen Charakters in das neugegrün¬dete „Gesamtdeutsche Institut“ übernommen wurde, in einem stän¬digen und engen Kontakt mit dem „Bundesministerium für gesamt¬deutsche Fragen“.

Der .‚Untersuchungsausschuß freiheitlicher Juristen, e. V.“ (im fol¬genden „UfJ“ genannt) trat als seriöses juristisches Aus¬kunfts- und Informationsbüro auf. Dieses Aushängeschild sollte Bürger der DDR und ihrer Hauptstadt. die sich in den fünfziger Jahren um Rechtsauskünfte in Westberlin bemühten, anlocken.

Die meisten der Auskunftsuchenden dienten dem ..UfJ“ zur Auffüllung seiner Agentenkartei. Der „UfJ“ suchte durch die Verbreitung ge¬fälschter Nachrichten das Ansehen der DDR in der Öffentlichkeit herabzusetzen, betrieb Spionage und Sabotage in der Industrie der DDR und im Außenhandel, lieferte Propagandamaterial für den Ätherkrieg und beschäftigte sich mit einer massenhaften Verbrei¬tung von Hetzflugblättern.

Begründet wurde die Organisation im September 1949 von Horst Erdmann, einem bis dahin in Belzig (Be¬zirk Potsdam) ansässig gewesenen Notar, der später unter dem Namen Theo Friedenau auftrat.

Schirmherr der Gründung war ein gewisser Don Travis, 2. Intendant des Senders „RIAS“ Berlin. Als Finanzier des „UfJ“ trat die Ford Foundation in Erscheinung, doch erhielt Erdmann auch finanzielle Zuwendungen vom „Bundesmini¬sterium für gesamtdeutsche Fragen“ in der Form von „Bundeszu¬schüssen“, ferner vom Bundesamt für Verfassungsschutz und sogar von der Bundesregierung selbst.

In neuerer Zeit wird von bürgerlichen Autoren zwar bestätigt, daß der ‚.UfJ“ „die geheime Verbreitung von Flugblättern … in der Zone“ organisiert habe, doch sind Feststellungen wie die, daß die Organisation „hauptsächlich“ nur „Informationen über das Vorge¬hen der Polizei und der Gerichte“ in der DDR gesammelt habe, eine Irreführung.